Klima-und Umwelt - Workshop in Chilumba, Malawi

Personengruppe an Baustelle Vergrößern
Klima- und Umwelt - Workshop in Chilumba, Malawi.

Durchgeführt durch den Malawi Freunde Rottenburg e.V. in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Stadt Rottenburg.

"Der OB war gleich dabei", berichtet der ehemalige Rottenburger Baubürgermeister Holger Keppel, als er diesem ein Klimapartnerschaftsprojekt in Form eines Workshops in der Gemeinde Chilumba im Norden von Malawi vorgeschlagen hatte.

Die Idee für den Workshop war, zu erfahren, welche Probleme die Menschen in Chilumba und Umgebung in Folge der klimatischen Veränderungen und im Bereich ihrer aktuellen Umweltsituation haben, daraus Folgerungen und Ziele abzuleiten und daraus konkrete Aktivitäten und mögliche Projekte gemeinsam zu entwickeln.

Chilumba ist die Gemeinde, in der die Tawuka- Schule beheimatet ist, die seit drei Jahren vom hiesigen Verein Malawi Freunde Rottenburg unterstützt wird.
Die Beteiligung der Stadt Rottenburg war insofern wichtig, weil die Stadt beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit antragsberechtigt ist und für ein solches Projekt einen Zuschuss in Höhe von 90% bekommen konnte.

Die Gelegenheit war zudem günstig, weil Keppel im Mai zu einem weiteren freiwilligen Einsatz für den Senior Expert Service-Bonn an der Mzuzu University als Berater tätig werden sollte und somit keine zusätzlichen Kosten entstanden.
Nach dem sehr umfangreichen Antragsverfahren, das der städtische Klimaschutzmanager Jörg Weber auf sich nehmen musste, kam dann tatsächlich nach etlichen Wochen ein Tag vor Keppels Abflug der Bewilligungsbescheid über rund 2700 €.
Und so konnte dann der von der Mzuzu University und der NGO URAC gut vorbereitete Workshop in der ersten Maiwoche durchgeführt werden. Beteiligt waren rund 40 ausgewählte Personen, darunter Frauengruppen aus den umliegenden Dörfern, das Dorfentwicklungskomitee, Schüler und Lehrer sowie Förster und Distriktbeamte und sechs Chiefs aus den angrenzenden Dörfern.

Im Verlauf zweier Tage wurde nach der World-Café- Methode in fünf Arbeitsgruppen sehr intensiv die Themen: Klima, Umweltschutz, sanitäre Verhältnisse etc. heftig diskutiert, bewertet, Ziele entwickelt und Prioritäten herausgearbeitet.

Das Ergebnis einer abschließenden Punktebewertung durch alle Teilnehmer war dann doch sehr eindeutig, an erster Stelle rangierte der Wunsch nach verbesserten Toiletten und an 2.Stelle energetisch bessere Kochmöglichkeiten (= Mbaula-Herd und Solarlampen).
Erstaunlich für Keppel war, dass in allen Gruppen der Wunsch nach zusätzlichen Informationen und Weiterbildung sehr ausgeprägt war.
Da dann doch einige Punkte nicht ganz deutlich waren, fand eine Woche später eine zusätzlich klärende weitere Sitzung statt.

Erfreulich ist auch, dass noch in Malawi für alle drei Projekte: Toiletten, Energie und Brunnen konkrete Maßnahmenkonzepte mit detaillierten Kostenberechnungen von örtlichen NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) ausgearbeitet werden konnten.
Für die Projekte Energie und Toiletten hat Malawi Freunde Rottenburg gerade eine Spendenkampagne gestartet, das Brunnenprojekt ist vorerst einmal zurückgestellt.
Das Energiesponsorenprogramm entspricht dem vor zwei Jahren bereits einmal im Süden von Malawi durchgeführten Programm: 50 Energiesponsoren für 50 malawische Familien, hierbei musste die jeweilige Familie die Kosten für ihr Energiepaket (50 € oder 100 €) in kleinen Raten in einen Fond zurückbezahlen und aus diesem Fond konnten zwischenzeitlich nunmehr 110 Familien vor Ort bedient werden.
In ähnlicher Weise soll das Klo-Programm umgesetzt werden, ein Sponsor übernimmt hierfür 250€, die Toiletten werden von den Haushalten, die hierfür extra geschult werden, selbst gebaut, ebenso müssen die Ziegel von dem jeweiligen Haushalt bereitgestellt werden.
Durch den Verkauf des "Endproduktes" und auch durch die Einsparung beim Kauf von Dünger wird auch hier die Toilette refinanziert, die Rückzahlungsraten kommen in einen Fond und von dort werden neue Haushalte bedient.
Beide Programme sollen im Herbst 2017 gestartet werden.
13.07.2017 - Stadtverwaltung, Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz


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