Rottenburger Ukraine-Schule wächst

61 ukrainische Schulkinder und 12 Kinder im Kindergartenalter nutzen mittlerweile sowohl das schulische als auch das spielerische Angebot.

Mitte März hatte die Rottenburger Stadtverwaltung in der Tübinger Straße 68 auf Eigeninitiative kurzfristig die Räume, die bis vor Kurzem noch die Berufliche Schule genutzt hat, bezogen und als Klassenräume und Spielzimmer für geflüchtete Kinder aus der Ukraine eingerichtet.

In der Grundschulklasse sind jetzt 23 Schüler*innen angemeldet, für die Sekundarstufe gibt es zwischenzeitlich zwei Klassen mit 18 und 20 Schüler*innen. Offen ist das Lernangebot auch für ukrainische Kinder, die in den umliegenden Gemeinden Hirrlingen, Starzach und Neustetten untergebracht sind. Die Bürgermeister der drei Gemeinden sind sehr dankbar, dass es dieses Angebot für die bei ihnen angekommenen Kinder gibt.

Die Kinder lernen jeden Vormittag nach Stundenplan. Deutsch und Englisch sind nahezu täglich dabei, aber auch Kunst, Kreatives, Musik, Sport und Mathe. Möglich ist das mit einem Team, das mittlerweile auf 34 Ehrenamtliche und drei bei der Stadtverwaltung festangestellten ukrainischen Lehrkräften angewachsen ist. Außerdem gehört eine festangestellte Hilfskraft für Organisation, Dolmetschen und Unterstützung in der Spielgruppe dazu; auch sie ist erst kürzlich aus der Ukraine geflüchtet. Auch in der Spielgruppe bringen sich Ehrenamtliche ein; ebenso Eltern der betreuten Kinder.

Das schulische Angebot ist die Brücke zur Regelschule. „Wir möchten den Kindern so schnell wie möglich den Weg in unsere Schulen ebnen und dafür vor allem auch sprachlich unterstützen“, sagt Oberbürgermeister Stephan Neher, weist aber darauf hin, dass das Projekt natürlich auch mit enormen Kosten verbunden ist; rund 7.500 € pro Woche. Auch in Ergenzingen gibt es seit Kurzem ein Spielangebot für geflüchtete Kinder auf der Liebfrauenhöhe. Schwester Monike, die ehemalige Leiterin des Ergenzinger Kindergarten St. Maria, organisiert dies mit viel Engagement. Angemeldet sind nicht nur ukrainische Kinder, sondern auch afghanische Kinder angemeldet - eine echte sprachliche Herausforderung!

Die Stadt Rottenburg finanziert das schulische Angebot und die Spielgruppen bisher aus eigener Kraft und ist daher auf Spenden angewiesen. „Wir sind sehr dankbar für alle bisherigen Spenden, die dieses tolle gesamtstädtische Angebot ermöglichen und freuen uns natürlich über mehr“, so Neher. Der ÖPNV ist für Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos, so dass auch aus allen Ortschaften und den umliegenden Gemeinden Kinder das kostenlose schulische und spielerische Angebot in der Kernstadt und in Ergenzingen problemlos nutzen können.

Bei der Abteilung Schule im Amt für Bildung, Kultur und Sport, die das Angebot organisiert, ist man begeistert von dem Engagement der Lehrenden: „Egal ob jemand „nur“ 1 Stunde in der Woche unterrichtet oder wöchentlich mehrere – alle leisten einen hervorragenden Beitrag und wachsen immer mehr als Team zusammen“, freut sich Angelika Thomma, Abteilungsleiterin Schule. „Auch Vereine bringen sich ein und es entstehen mittlerweile durch Besuche schon erste Kontakte zu den Regelschulen“, ergänzt sie.

Auch die Regelschulen und ihre Fördervereine sowie andere Vereine können beitragen, indem sie mit Aktionen wie Waffel- und Kuchenverkauf oder Verkauf von Gebasteltem Spenden generieren und so das schulische Angebot unterstützen.

Spenden auf das städtische Konto „Kriegsflüchtlinge in Rottenburg“ bei der Kreissparkasse Tübingen, DE69 6415 0020 0004 5778 83, kommen in jedem Fall den schulischen und spielerischen Angeboten zugute und somit vielen Kindern, die mit ihren Familien in Rottenburg Schutz suchen.
04.05.2022 - Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement


Zusätzliche Informationen und Dienste

Ein Klassenzimmer mit Tischen und Stühlen