Ausstellung "Engelwelten"

Wann:
09.12.2018 bis 17.03.2019

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Wo:
Diözesanmuseum
Karmeliterstraße 9
72108 Rottenburg am Neckar
Lage im Stadtplan anzeigenAnreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Veranstalter:
Diözesanmuseum Rottenburg
 

Was sind Engel?
Geflügelte Überbringer göttlicher Botschaften? Unerschrockene Krieger gegen das Böse? Schützende Wegbegleiter? Weibliche Lichtgestalten oder kindergleiche Wesen?
Mit dem Begriff „Engel“ werden so unterschiedliche Phänomene und Vorstellungen bezeichnet, dass ein gemeinsamer Nenner schwer zu finden ist. Bei genauerer Betrachtung stellen sich zu dem vermeintlich gut bekannten Thema viele Fragen.
Die Ausstellung wagt etwas Neues: Sie zeigt die Vielfalt der „Engelwelten“ in der jüdisch-christlichen Kultur und fragt, auf welcher Grundlage sich diese entwickeln konnte. Die Ahnenschau stößt auf jahrtausendealte griechisch-römische und sogar ägyptisch-kanaanäische oder assyrische Vorbilder, die in den christlichen Engeln weiterleben.
Diese Genealogie bringt uns dem Wesen der Engel näher. Letztendlich bleibt die Definition der Engel aber immer ein Wagnis – ein Versuch, einem unbegreiflichen Aspekt des Seins, etwas „Unfassbarem“, einen Namen zu geben.

Zeugnisse uralter Hochkulturen
Die Herleitung der christlichen Engelmotive aus alten Kulturräumen gelingt durch herausragende Leihgaben aus dem Bibel & Orient Museum in Freiburg (Schweiz).
In einer faszinierenden Fülle zeigen die Exponate Götter und Wegbegleiter, Symboltiere und Mischwesen sowie Herrscherapotheosen und Heroen, die in ihrer Gesamtheit die Vorstellung der biblischen Himmelswesen prägten.
Steinreliefs und Bronzefiguren, Amulette und Appliken, Skarabäen und Weihegaben, Sarkophag-Fragmente, Schalen, Vasen, Becher und Lampen, Rollsiegel sowie Siegelamulette und Goldmünzen decken einen geschichtlichen Zeitraum von mehr als drei Jahrtausenden ab und zeichnen die Entwicklung des Engelbildes in einem reichen und in sich geschlossenen Panorama nach. Die große Objektvielfalt ermöglicht darüber hinaus Einblicke in die Lebens- und Glaubenswelt vergangener Kulturen.

Unbekannte Schätze des Diözesanmuseums
Ausgewählte Kunstwerke des Diözesanmuseums vermitteln uns eine Vorstellung vom christlichen Engelbild. Gezeigt werden dabei Hauptwerke der mittelalterlichen Tafelmalerei, Skulptur und Schatzkunst, aber auch zahlreiche Gemälde, Zeichnungen und Grafiken, die noch nie öffentlich präsentiert wurden. Erstmals werden Entwürfe und Skizzen berühmter Barockmeister aus der Sammlung des Ellwanger Malers August Stubenvoll ausgestellt, die sich seit 2016 im Diözesanmuseum befindet. Zudem ermöglicht die Präsentation einen exemplarischen Einblick in das faszinierende Œuvre des österreichischen Malers, Grafikers und Illustrators Hans Fronius (1903–1988), von dem das Museum durch eine private Schenkung seit Kurzem eine große Werkauswahl besitzt.



Begleitprogramm zur Ausstellung

Sonntag, 9. Dezember 2018, 15 Uhr
Vernissage
Grußwort: Ordinariatsrat Dr. Gerhard Schneider
(Leiter der Hauptabteilung Liturgie [mit Kunst und Kirchenmusik] und Berufungspastoral)
Grußwort: Prof. Dr. Thomas Schumacher
(Direktor des Bibel & Orient Museums, Freiburg/Schweiz)
Begrüßung/Dank: Diözesankonservatorin Dr. Melanie Prange
(Leiterin des Diözesanmuseums)
Festvortrag: Prof. Dr. Herbert Niehr
(Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Biblische Einleitung und Zeitgeschichte)
Wozu brauchen Religionen Engel? – Überlegungen zur Entstehung von Engelsvorstellungen in den antiken semitischen Religionen
Musik: Vox femínea, Tübingen, unter der Leitung von Kantor Wilfried Rombach

Sonntag, 16. Dezember 2018, 15 Uhr
Vortrag
„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ (Paul Klee) – zur visionären Gestaltung von Himmelswesen in der Klassischen Moderne
Seit Jahrhunderten ziehen sich die Darstellungen von Engeln in unerschöpflichen Variationen durch die Kunst. Bereits in vorchristlichen Zeiten finden wir Bilder/Skulpturen von geflügelten Wesen, die in einem religiösen Zusammenhang stehen. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit lag der Fokus bei der Gestaltung auf den drei Tätigkeiten der Himmelswesen: der Engel als Bote beim Menschen, der Engel im Kampf mit den Mächten der Finsternis, der Engel in der Verehrung Gottes. Auch im 19./20. Jh. beschäftigen sich Künstler mit diesem Thema. Vor allem im Spätwerk von Paul Klee nimmt das geflügelte Mischwesen einen besonderen Stellenwert ein. Bis heute ist die Darstellung von Engeln in der bildenden Kunst ein wiederkehrendes Motiv, das immer wieder neue Deutungsvarianten und Variationen erfährt.
Referentin: Dr. Nathalie Frensch (Kuratorin für Moderne, Staatsgalerie Stuttgart)

Samstag, 22. Dezember 2018, 15 Uhr
Kinderführung (für Kinder von 6 bis 11 Jahren)
Freundliche Helfer und zornige Drachentöter – Schutzengel und andere Vermittler zwischen Himmel und Erde
„Da hattest du aber einen guten Schutzengel“ hört man manchmal, wenn man glaubt, Gott habe seine Hand im Spiel gehabt. In der (Kunst-)Geschichte gab es unterschiedliche Vorstellungen von den geheimnisvollen Helfern zwischen Göttern und Menschen: tier- oder menschengestaltige Wesen, mit oder ohne Flügel. Auch die Bibel kennt verschiedene Engel – hilfreiche Begleiter, Boten mit überraschenden Nachrichten und zornige Kämpfer, die plötzlich an die Seite der Menschen treten und wieder verschwinden. Wir lernen einige von ihnen und ihre Geschichten kennen und zeichnen anschließend selbst!
Referentin: Judith Welsch-Körntgen (Kunstpädagogin/Theologin, Stuttgart)

Sonntag, 13. Januar 2019, 15 Uhr
Vortrag
„Du hast einen Schutzengel!“ – Engel im Islam
Im Islam gehört der Glaube an die Existenz von Engeln zu den zentralen Glaubensgrundsätzen. Engel sind im Leben und Denken der Muslime sehr präsent und begleiten sie im Dies- und Jenseits. Nach islamischer Tradition haben die Engel unterschiedliche Aufgaben; sie sind z. B. für die Versorgung, den Regen, den Tod und das Einhauchen der Seele in den Embryo zuständig. Auch das Ende der Welt wird von einem Engel angekündigt. Gleichfalls waren es Engel, die gegen die Ernennung Adams als Statthalter Gottes auf der Erde protestierten. Und ebenso waren sie es, die bei der Geburt Jesu die Jungfrau Maria in ihrer Einsamkeit begleiteten und ihr Trost schenkten.
Im Vortrag werden die Engelwelten des Islam anhand anschaulicher Beispiele vermittelt.
Referent: Dr. Mahmoud Abdallah (Zentrum für Islamische Theologie der Eberhard Karls Universität Tübingen)

Samstag, 19. Januar 2019, 16 Uhr
Dialogführung
„Die dem Menschen zugewandte Seite Gottes“ – der Wandel des Engelbildes aus theologisch-kunsthistorischer Sicht
In der Kunstgeschichte sind die Engel freundliche, dem Menschen hilfreich zugewandte und prächtig beflügelte Wesen. An der Seite Mariens oder am leeren Grab Jesu dargestellt, haben sie unser Bild von den himmlischen Boten geprägt. Die Bibel selbst hat in den verschiedenen Epochen ihrer Entstehung sehr unterschiedliche Vermittler zwischen Gott und den Menschen beschrieben – kämpferische, geheimnisvolle oder freundliche „Typen“.
Die beiden Referentinnen vermitteln anhand ausgewählter Exponate einen Eindruck von der Vielfalt der Vorstellungen von Engeln im Alten und im Neuen Testament.
Referentinnen: Dipl.-Theol. Dipl.-Bibl. Barbara Leicht (Katholisches Bibelwerk, Stuttgart), Judith Welsch-Körntgen (Kunstpädagogin/Theologin, Stuttgart)

Sonntag, 20. Januar 2019, 15 Uhr
Vortrag
Die Engelscharen von Rexingen – historistische und expressionistische Engelsdarstellung in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist
Wer die Pfarrkirche Rexingens zum ersten Mal betritt, sieht sich ergriffen von dem monumentalen Wandgemälde des Chorraums, das 1947 von Alfred Gottwald geschaffen wurde. Es zeigt einen sich über die gesamte Rückwand ausdehnenden Gnadenstuhl, gerahmt von Engelchören in kantigen, stark stilisierten Körperhaltungen, flächig, mit großen Augen. Sie stehen in auffälligem Gegensatz zu den lieblich-androgynen Engelsdarstellungen der früheren historistischen Ausstattung.
Der Vortrag widmet sich den Bildwerken, Paramenten und Fresken Rexingens, die gängige wie auch außergewöhnliche Engelstypen zeigen und die 2016 von der Abteilung Kunstinventarisierung erstmals vollständig dokumentiert wurden.
Referent: Sebastian Eckert M. A. (Diözesanmuseum Rottenburg, Kunstinventarisierung)

Sonntag, 3. Februar 2019, 15 Uhr
Vortrag
„Gottes Eingreiftruppe“
Engel begegnen uns in der Bibel in vielfachen Gestalten. Sie gehören zum himmlischen Hofstaat, bilden die himmlischen Heerscharen und gelten als Mächte zwischen Himmel und Erde. Sie sind Mittler zwischen Gott und den Menschen, verkörpern Gottes Gegenwart bei den Menschen und lenken deren Geschicke. Manche tragen sogar Namen.
Und doch bleibt vieles in der Schwebe. Was hat es mit den merkwürdigen Mittlerwesen auf sich? Der Vortrag liest einige Spuren der Engel in der biblischen Geschichte.
Referent: Prof. Dr. Wilfried Eisele (Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament)

Samstag, 9. Februar 2019, 15 Uhr
Dialogführung
Fegefeuer auf dem Altar – Stifter und Engel im Dienst der Armen Seelen
In der Ausstellung wird eine Predellentafel aus dem Anfang des 16. Jh. aus dem Bestand des Diözesanmuseums gezeigt, die ursprünglich zum Dreikönigsretabel in der Pfarrkirche St. Martin in Aulendorf gehörte. Die Referentinnen erläutern nicht nur die Darstellung des Fegefeuers, über dem die Engel in Erwartung der geläuterten Seelen schweben, sondern auch die verschiedenen Arbeitsschritte, die zur Herstellung eines Retabels erforderlich sind, sowie die Bedeutung dieses mehrteiligen Bildwerks im liturgischen Kontext.
Referentinnen: Elisabeth Krebs M. A. (Restauratorin/Kunsthistorikerin, Tübingen), Judith Welsch-Körntgen (Kunstpädagogin/Theologin, Stuttgart)

Donnerstag, 14 Februar 2019, 15 Uhr
Frauengespräch
Von Männern in weißen Gewändern und geflügelten Niken – die Entwicklung des Engelmotivs in der Bibel und in der Kunst
Geflügelte Geistwesen sind schon im Orient bekannt. Die Bibel beschreibt ganze himmlische Engelshierarchien und furchteinflößende „Männer in leuchtenden Gewändern“, aus denen im Laufe der Kunstgeschichte freundliche, mädchenhafte und bisweilen rein dekorative Gestalten wurden. Das Gespräch für Frauen fragt, wie es zu dieser Entwicklung kam.
Referentin: Judith Welsch-Körntgen (Kunstpädagogin/Theologin, Stuttgart)

Samstag, 16. Februar 2019, 10 Uhr
Tanzworkshop
Engel in Bewegung
„Durch sein Herz geht riesig aufgerichtet / das ewig Kommende das kreist“ (R.-M. Rilke, Der Engel)
In der Religions- und Kunstgeschichte werden uns die Engel – Boten des ursprünglichen Schöpfungsimpulses – in großer Vielfalt nahegebracht. Betrachtet werden sie als von Gott geschaffene Wesen mit der Aufgabe, seine Werke durch die Zeiten hindurch zu verwirklichen.
An einem Tanztag möchten wir versuchen, uns den Engelwelten mit Musik und Bewegung zu nähern.
Leitung: Dr. Maria-Gabriele Wosien (Sakraler Tanz, München)

Sonntag, 24. Februar 2019, 15 Uhr
Geistliches Konzert
„Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten“
„Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt“ (Jes 6,3). Der Prophet Jesaja durfte die Herrlichkeit Gottes erfahren, als er in den Himmel schaute. Engelwesen sind bei Gott zu sehen. Und auch Jakob erblickte Engel. Im Traum sah er sie auf einer Leiter zum Himmel auf- und niedersteigen. Beim Erwachen erkennt er: „Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.“
Beide Erzählungen sind im Kirchenjahr fest verankert: Am Kirchweihfest wird der Kirchenraum mit dem heiligen Ort verglichen, den Jakob als Tür zum Himmel erfuhr. Und jedes Mal, wenn die Eucharistie gefeiert wird, erinnern die Worte Jesajas an seinen Blick in den Himmel, wo die Herrlichkeit Gottes erstrahlt und wo Engelchöre singen.
Geistliche Impulse: Weihbischof em. Dr. Johannes Kreidler
Musik: Schola Uncinus, Tübingen, unter der Leitung von Prof. Dr. Inga Behrendt

Sonntag, 10. März 2019, 16 Uhr
Vortrag
Die 72 Engel Gottes und ihre Namen – Engelstraditionen in der Mystik des Judentums
Neben dem Glauben an den einen Gott kennt die jüdische Tradition auch vielfältige Vorstellungen von Engeln und anderen Mittlerwesen, die im Auftrag Gottes auf dieser Welt tätig sind. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen der geheimnisvolle Engel Metatron und mittelalterliche Spekulationen über 72 Engel, die sich aus mysteriösen Kombinationen der Buchstaben der Hebräischen Bibel ergeben. In der jüdischen Mystik (Kabbala) ist der Engelsglaube bis in die Gegenwart lebendig.
Referent: Apl. Prof. Dr. Matthias Morgenstern (Evangelisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Religionswissenschaft und Judaistik)

Öffentliche Führungen
Sonntag, 16.12.2018, 11 Uhr
Sonntag, 13.01.2019, 11 Uhr
Sonntag, 17.02.2019, 11 Uhr
Referent: Jörg Widmann M. A. (Kunsthistoriker, Tübingen)



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