Biotopverbundplanung

Der Biotopverbund sichert Lebensräume und Populationen von Tier- und Pflanzenarten und stärkt ökologische Wechselbeziehungen. Durch landesweite Maßnahmen sollen bis 2030 mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche als Biotopverbundfläche entwickelt werden.

Am 27. Februar 2024 beschloss der Rottenburger Gemeinderat die kommunale Biotopverbundplanung. Damit leistet Rottenburg einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele und setzt Akzente im Hinblick auf den Naturschutz.

Die Biotopverbundplanung wurde an ein Fachbüro vergeben. In enger Zusammenarbeit sind die städtische Umweltbeauftragte, das Fachbüro und der Biotopverbundbotschafter des Landkreises Tübingen, eingegliedert bei VIELFALT e.V., federführend für den Prozess zuständig.

Für die Fertigstellung der Rottenburger Biotopverbundplanung ist mit einer Dauer von ca. 3 Jahren auszugehen.

Zu den ersten Schritten gehörten:
- Zusammenstellung und Sichtung bereits vorhandener Daten: Landschaftsplan, Kartierungen, übergeordnete Planungen und viele mehr,
- Beteiligungsformate für die Rottenburger Naturpaten und Landwirte sowie Behörden,
- Erste Festlegungen von sogenannten Zielarten,
- Begehungen und Validierungen der Kernflächen.

Weitere Schritte werden sein:
- Beteiligungsformate für die Öffentlichkeit,
- Erstellung eines Bestandsplans Biotopverbund,
- Erstellung und Abstimmung eines Maßnahmenplans.

Rechtliches und Hintergrund

Der Biotopverbund soll die dauerhafte Sicherung der Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten einschließlich ihrer Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften sowie funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehungen (vgl. u.a. § 21 BNatSchG) gewährleisten.

Danach soll ein Biotopverbund auf mindestens zehn Prozent der Landesfläche verwirklicht werden. Zur Umsetzung dieser Vorgabe hat Baden-Württemberg 2015 eine landesweite Fachplanung für einen solchen Biotopverbund in das Naturschutzgesetz des Landes (Paragraf 22) aufgenommen (Fachplan Landesweiter Biotopverbund).

Zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ entstand im Jahr 2019 ein Eckpunktepapier der Landesregierung, das gerade auch dem Biotopverbund eine enorme Bedeutung für den Schutz und die Sicherung der heimischen Tier- und Pflanzenarten beimisst. In einem breiten Beteiligungsprozess haben Politik, Naturschutz und Landwirtschaft die Inhalte des Eckpunktepapiers konkretisiert. In der daraus resultierenden Novelle des Naturschutzgesetzes verpflichtet sich das Land, bis zum Jahr 2030 insgesamt mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche des Landes als funktionale Biotopverbundfläche zu entwickeln.

Für die Umsetzung erstellen die Gemeinden für ihr Gebiet auf Grundlage des Fachplans Landesweiter Biotopverbund einschließlich des Generalwildwegeplans Biotopverbundpläne oder passen die Landschafts- oder Grünordnungspläne an (Paragraf 22 Naturschutzgesetz). (Biotopverbund - Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, abgerufen am 18.12.23)

Zur Unterstützung und Koordinierung wurden in allen Landkreisen Biotopverbundbotschafterinnen und -botschafter bei den Landschaftserhaltungsverbänden (LEV) beziehungsweise den Kreisverwaltungen (bei zwei Landkreisen ohne Landschaftserhaltungsverbände) für zunächst 5 Jahre angestellt. Sie sollen zwischen Flächeneigentümerinnen und -eigentümern, Landnutzerinnen und Landnutzern, Privatinitiativen, Vereinen oder Naturschutzverbänden und Verwaltung vermitteln.

Außerdem können Landnutzerinnen und Landnutzer über das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klima und Tierschutz (FAKT) oder die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) Mittel für die Umsetzung von Biotopverbund-Maßnahmen beantragen. Auch bei Stiftungen wie der Stiftung Naturschutzfonds können solche Projekte beantragt werden. So wird in den kommenden Jahren ein landesweites Netz von miteinander verbundenen Lebensräumen entstehen, das den Austausch von Arten untereinander ermöglicht und den unterschiedlichen Populationen die Möglichkeit eröffnet, sich gerade auch vor dem Hintergrund des Klimawandels zu stabilisieren und auch wieder auszubreiten. (Biotopverbund: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, zuletzt abgerufen am 14.02.2024)

Aktuelles

Biotopverbundplanung startet

Ziel der Biotopverbundplanung ist die Identifikation wichtiger Bereiche für Pflanzen und Tiere und wie diese ...
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