Flüchtlingshilfe braucht Ehrenamt

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seit Monaten beschäftigt uns in Deutschland und Europa der nicht nachlassende Strom flüchtender Menschen. Die allermeisten fliehen vor Krieg und Todesgefahr für sich und ihre Familien. Nun ist mehr oder weniger über Nacht diese enorm schwierige Flüchtlingssituation ganz nah an uns herangerückt. Innerhalb weniger Stunden war es notwendig geworden, eine Notaufnahmeeinrichtung in einer leer stehenden Halle in Ergenzingen zu errichten, während Hunderte Flüchtlinge bereits im Zug in Richtung Baden-Württemberg fuhren.

Auch angesichts der weltweit schwierigen Lage sind wir geradezu verpflichtet, ganz im Sinne unserer christlichen Werte, in Notsituationen wie diesen zu helfen. Schon das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft auf dem DHL Gelände, bei dem rund 80 Menschen zunächst obdachlos wurden, hat eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft in Rottenburg am Neckar ausgelöst. Aus allen Teilen der Stadt und aus den umliegenden Gemeinden gingen unzählige Hilfs- und Spendenangebote ein. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar! Und wenige Stunden, nachdem die Notaufnahmeeinrichtung in Ergenzingen hergerichtet war, meldeten sich bereits die ersten ehrenamtlichen Unterstützer aus der Bevölkerung.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich ausdrücklich ganz herzlich für das enorme ehrenamtliche Engagement, ohne das eine Notaufnahmeeinrichtung in dieser Dimension niemals zu schaffen wäre, bedanken. Feuerwehr, DRK, THW, Arbeiter Samariter Bund und viele weitere Helferinnen und Helfer haben großartige Arbeit geleistet. Ihnen gebührt höchste Anerkennung!

Nun, da die Strukturen für das Nötigste im Tagesablauf in der Notaufnahmeeinrichtung geschaffen sind, geht es darum, zum Einen die Organisationen durch weitere ehrenamtliche Kräfte zu unterstützen und zum Anderen den Menschen das Ankommen zu erleichtern.

Möglichkeiten sich aktiv einzubringen, gibt es beispielsweise bei der Essensausgabe, Beschäftigung und Betreuung der Kinder, erstes Vermitteln der deutschen Sprache, Unterstützen bei Behörden-Gesprächen usw. Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Möglichkeit geschaffen, wie Sie sich ganz nach Ihrem persönlichen Zeitbudget und entsprechend Ihren eigenen Interessen engagieren können. Indem Sie kurzfristig Mitglied beim DRK werden, sind Sie während dieser Tätigkeiten versichert und können ohne weitere Verpflichtungen jederzeit wieder aussteigen.

Wenn Sie Sie Interesse haben, wenden Sie sich bitte an die Koordinierungsstelle für Flüchtlings- und Migrantenhilfe bei der Stadt Rottenburg am Neckar: willkommenskultur@rottenburg.de, Tel. 07472/165-426. Hier werden in Abstimmung mit dem DRK Ergenzingen die ehrenamtlichen Helfer koordiniert.

Die Welle der Hilfsbereitschaft ist gerade jetzt, da die Einrichtung noch ganz neu ist, enorm. Es ist aber wichtig, dass das ehrenamtliche Engagement auch noch in einigen Wochen aktiv bleibt. Denn aufgrund der weltweit schwierigen Lage ist es nicht absehbar, wie lange noch weitere Menschen bei uns Zuflucht suchen. Und mein Appell richtet sich selbstverständlich an die ganze Stadt Rottenburg mit allen Ortschaften und die umliegenden Gemeinden im Gäu.

Ich danke Ihnen schon heute für die Bereitschaft, die schwierige Situation tatkräftig mit uns anzupacken und sie so gemeinsam zu bewältigen.


Ihr Stephan Neher
Oberbürgermeister
18.09.2015 - Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement, Stadtverwaltung Rottenburg am Neckar


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