Keime im Wasser

Zahlreiche Kinder hatten über starkes Erbrechen und Durchfall geklagt, nachdem sie am vergangenen Wochenende auf dem Wasserspielplatz gespielt hatten.

Das Wasser des Rottenburger Wasserspielplatzes im Schänzle enthält eine hohe Anzahl Keime, die geeignet sind, Magen-Darm-Erkrankungen hervorzurufen. Das hat das Gesundheitsamt des Kreises Tübingen festgestellt und heute (4. Juli) der Rottenburger Stadtverwaltung mitgeteilt. Zahlreiche Kinder hatten über starkes Erbrechen und Durchfall geklagt, nachdem sie am vergangenen Wochenende auf dem Wasserspielplatz gespielt hatten, und dies sowohl dem Gesundheitsamt als auch der Stadtverwaltung gemeldet. Daraufhin hat die Stadtverwaltung umgehend reagiert, die Wasserfontänen abgestellt und eine Untersuchung des Wassers veranlasst.

Nun liegt das Laborergebnis der aus der Anlage entnommenen Wasserproben vor. Das Gesundheitsamt teilt mit, dass Keime in erhöhter Konzentration nachweisbar sind, die man typischerweise auch im Darmtrakt findet. „Durch diese Verschmutzung sind über das Wasser des Wasserspiels übertragene Infektionen des Magen-/Darmtrakts gut möglich." Außerdem waren in Stuhlproben von erkrankten Kindern Noroviren nachweisbar. „Noroviren sind sehr ansteckend und auch über Erbrochenes übertragbar. Die Inkubationszeit beträgt bei diesen Infektionen meist nur Stunden bis wenige Tage."

Die Rottenburger Stadtverwaltung bedauert außerordentlich, dass es offensichtlich erhebliche Schwierigkeiten mit der Anlage gibt, die das Wasser so haben verunreinigen lassen. Welche Ursachen hier zu Grunde liegen, wird noch eingehend geprüft. Dabei stellt sich auch die Frage, ob die Stadtverwaltung möglicherweise falsch beraten war, hinsichtlich der Eignung eines solchen Fontänenfelds als Wasserspielplatz mit intensiver Nutzung durch viele Kleinkinder, insbesondere bei Events wie dem Neckarfest. Vor Inbetriebnahme wurde die Anlage gründlich gereinigt, desinfiziert und mit Frischwasser befüllt, versichert Jürgen Klein, Leiter des städtischen Tiefbauamts. „Es tut mir wahnsinnig leid, was passiert ist und wünsche den Kindern, die infolge der Keime krank geworden sind, alles Gute und schnelle Genesung." Die Stadtverwaltung berät sich jetzt mit Fachleuten und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, wie auf dem Wasserspielplatz künftig die Verkeimung zuverlässig verhindert werden kann. Bis eine Lösung gefunden ist, bleibt die Ablage abgestellt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Tübingen weist daraufhin, dass die Inkubationszeit bei Infektionen mit Darmkeimen meist nur wenige Tage beträgt, so dass mögliche Infektionen bereits meist zu einer Erkrankung führten: "Bei entsprechenden Beschwerden sollte der damit einhergehende Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgeglichen werden, z.B. durch gezuckerten Tee und Salzgebäck. Eine Besserung der Symptome kann innerhalb von 48 Stunden erwartet werden. Nur bei hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl oder starken Schmerzen ist ein Arztbesuch ratsam. Damit andere nicht angesteckt werden, sollte bei Durchfällen und Erbrechen insbesondere die Händehygiene v.a. nach Nutzung der Toilette und vor der Essenszubereitung beachtet werden. Darüber hinaus sollten die Unterwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad gewaschen werden."

Der Wasserspielplatz im Schänzle ist erst seit wenigen Tagen in Betrieb und wurde am Samstag pünktlich zum Neckarfest offiziell eröffnet. Es handelt sich um ein sogenanntes Fontänenfeld, das auch an vielen anderen Orten betrieben wird. Die Stadtverwaltung wurde von einem Planungsbüro mit entsprechenden Referenzen beraten und hat eine Fachfirma beauftragt, das Fontänenfeld für die Nutzung als Wasserspielplatz zu errichten. Die Anlage wird mit Leitungswasser gespeist, das aus einer Zisterne mit Pumpen nach oben gefördert wird. Verluste im System werden mit neuem Leitungswasser ausgeglichen. Alleine schon weil auch Regen in dieses System gelangt, handelt es sich bei dem heraussprudelnden Wasser nicht um Trinkwasser. Der am Wasserspielplatz angebrachte Hinweis "Kein Trinkwasser" soll verhindern, dass das Wasser, ähnlich wie bei zahlreichen Brunnen, nicht in großen Mengen regelrecht getrunken wird.
04.07.2024 - Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement


Zusätzliche Informationen und Dienste

Ein runde Öffnung für Wasserfontänen im Kofpsteinpflaster.