Stadt Rottenburg setzt sich für Pendler ein

Die Gäubahn wird in Stuttgart-Vaihingen gekappt. Am Montag vergangener Woche teilte die Deutsche Bahn bei einer Versammlung des Interessensverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn beiläufig mit, dass wegen Bauarbeiten für Monate kein Umstieg auf die S-Bahn zum Hauptbahnhof möglich ist. Genau das wurde zuvor immer zugesichert. Pendler sind ebenso wie Kommunen vor den Kopf gestoßen.

Der für den öffentlichen Personennahverkehr bei der Stadt Rottenburg zuständige Erste Bürgermeister Dr. Hendrik Bednarz nimmt Stellung:

„Die Entscheidung, die Gäubahn ab dem Frühjahr 2026 ohne problemlosen Umstieg auf die S-Bahn in Stuttgart-Vaihingen zu kappen, ist für die Stadt Rottenburg und ihre zahlreichen Pendler ein schwerer Schlag und nicht hinnehmbar. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind dadurch faktisch vom Stuttgarter Hauptbahnhof abgeschnitten.
Wir fühlen uns von der Deutschen Bahn hinters Licht geführt. Von Anfang an war klar, dass alle Anrainer-Kommunen die Kappung der Gäubahn in Vaihingen äußerst kritisch sehen – ebenso den als problemlos verkauften Umstieg auf die S-Bahn. Dass nun selbst diese Notlösung nicht funktioniert, ist ein Fiasko.

Wie soll unter solchen Bedingungen die Mobilitätswende gelingen? Das ist das Gegenteil von nachhaltiger Verkehrspolitik. Ich kritisiere ausdrücklich die mangelnde Transparenz und den Vertrauensbruch, den die Deutsche Bahn hier begeht. Nur leider ist das symptomatisch für das gesamte Projekt Stuttgart 21: Es werden Versprechen gemacht, die am Ende nicht eingehalten werden.

Für viele Menschen, die täglich auf die Bahnverbindung angewiesen sind, bedeutet die Kappung und die fehlende Umstiegsmöglichkeit erhebliche Mehrbelastungen: längere Fahrzeiten, zusätzliche Kosten und eine massive Einschränkung der Lebensqualität. Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Lage ist das auch für Arbeitgeber und Unternehmen ein Problem.

Wir werden nicht abwarten, bis uns eine weitere Übergangslösung präsentiert wird. Gemeinsam mit dem Interessenverband Schwarzwald-Baar-Heuberg suchen wir jetzt das direkte Gespräch mit der Deutschen Bahn. Wir werden eine tragfähige und verlässliche Lösungen für unsere Pendlerinnen und Pendler einfordern.“
Pressemitteilung der Verbandsversammlung Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn zum Download
20.05.2025 - Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement


Zusätzliche Informationen und Dienste

Die Gäubahn bei voller Fahrt